Deutscher Aikido-Bund e.V.

einziger vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) anerkannte Fachverband für Aikido

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40 Jahre im Dienste des Aikido: Gerd Bennewitz

Das Jahr 2007 ist für den Lübecker Judo- Club ein besonderes Jahr, da unser Trainer und Abteilungsleiter Gerd Bennewitz (5. Dan Aikido) sein 40-jähriges Aikido-Jubiläum feiert.

Dieses Ereignis betrifft jedoch nicht nur unseren Verein, denn Gerd ist auch nach 40 Jahren unermüdlichen Einsatzes noch auf Landesverbands- und Bundesebene aktiv. Grund genug für einen kleinen Überblick über sein Wirken.

Mit 25 Jahren zog es Gerd, der zuvor begeisterter Tanzsportler war, 1967 zum Aikido. Er gehört somit zur ersten Generation der Aikidoka, die in den 60er Jahren das von Gerd Wischnewski nach Deutschland gebrachte Aikido kennen lernte und sich für die Verbreitung der recht jungen Disziplin einsetzte. Gerd trainierte im LJC zunächst bei Rolf Brand. Als Rolf Lübeck aus beruflichen Gründen verließ, übernahm Gerd 1968 als Grüngurt das Training und 1970 als 1. Dan die Abteilungsleitung der Sparte Aikido im LJC. Beides hat er bis heute inne, wofür ihm der Verein mit der goldenen Ehrennadel und der Ehrenmitgliedschaft dankte.

 

 

Organisiert waren die Lübecker Aikidoka damals im Deutschen Judo-Bund, in dessen Prüfungsrichtlinien für das Aikido Grundkenntnisse im Kendo verpflichtend waren. In den 70er Jahren machte Gerd also nicht nur seinen 2. Dan im Aikido, sondern praktizierte auch bis zum 1. Kyu Kendo. Nachdem Gerd bis 1988 im DJB als Landesvorsitzender für Aikido und Bundessachbearbeiter für Prüfungswesen tätig gewesen war, wechselte er in dieser verbandspolitisch bewegten Zeit mit seinen Schülern zum Tendoryu Aikido, um einige Jahre bei Meister Kenji Shimizu zu lernen. Dieser verlieh ihm 1981 den 3. Dan Aikido. Gerd erzählt noch heute gerne von der japanischen Sitte, dem Prüfling erst ein Jahr nach Abhalten der Prüfung deren Ergebnis mitzuteilen. Nun, Geduld gehört eben auch zu den Tugenden eines Aikidoka und die Urkunde, die er bekam, ist wirklich sehr hübsch.

Vor 15 Jahren trat Gerd in den DAB ein und wurde als einer der 15 ranghöchsten Danträger sogleich Mitglied der Technischen Kommission. Neben seinem Vereinstraining in Lübeck und in Hamburg beim befreundeten Verein BKSV Goliath kann man Gerd regelmäßig als einen von vier Trainern beim ZT in Schleswig-Holstein erleben. Zudem gibt Gerd auch in Süddeutschland, wo er immer gerne gesehen ist, regelmäßig Lehrgänge. Die traditionellen Weihnachtslehrgänge des LJC sowie die beiden von Gerd initiierten Lübecker Aikido-Events fanden großen Anklang. Dies liegt zum einen sicher an Gerds Persönlichkeit, dem es wichtig ist, dass in den ersten Minuten seines Trainings der Funke zu den Lehrgangsteilnehmern überspringt. Wenn man bei Gerd trainiert, hat man immer etwas zu lachen. Dennoch fordert er schon von jedem vollen Einsatz und freut sich, wenn die Schüler mit rot leuchtendem und strahlendem Gesicht nach dem Training von der Matte gehen.

Gerd hat in den langen Jahren, in denen er, neben den oben genannten Meistern, auch Schüler von Koichi Tohei und vor allem Schüler und bevorzugter Uke von Meister André Nocquet war, aus vielen Bausteinen, die diese Begleiter ihm mit auf den Weg gegeben haben, sein eigenes Aikido geformt. Gerds Aikido ist dynamisch und eher sportlich orientiert als meditativ. Er fliegt halt sehr gerne. Dennoch legt er viel Wert darauf, dass ein Aikidoka Ausstrahlung entwickelt, die innere und äußere Haltung stimmt und dass man aus der Ruhe heraus arbeitet. Die ganze Technik und der Ausdruck – wie Gerd so gerne sagt – müssen stimmen. Hier machen sich sicherlich auch Gerds jahrzehntelange Erfahrungen als Statist am Theater positiv bemerkbar. Aikido ist eben auch etwas für das Auge des Zuschauers.

Im Übrigen erkennt Gerd den Grad eines Aikidoka oftmals schon daran, wie er oder sie die Matte betritt oder sich über die Tatami bewegt. Ich denke, dass sich hierin seine langjährige Erfahrung in der Arbeit mit vielen verschiedenen Menschen zeigt.

Er hat in den 40 Jahren z. B. auch über 40 Aikidoschülerinnen und -schüler zum 1. Dan und weiter gebracht. Er scheut sich nicht, in der heißen Phase der Danvorbereitung seine Sonntage dranzugeben und mit den Prüfungsanwärtern am Feinschliff zu arbeiten. Ich selbst bin zweimal in diesen Genuss gekommen und muss sagen, dass das ein großes Geschenk war. Gerd gab mir nicht nur in technischer Hinsicht vieles mit und bestärkte mich bzw. uns darin, souverän zu zeigen, was wir können. Was mich damals aber am meisten berührt hat, ist seine Menschenkenntnis und seine durchaus deutlichen, aufmunternden Worte im richtigen Moment. Vielleicht mag der eine oder andere jetzt verstehen, warum ich mich so gefreut habe, als mich vor drei Jahren ein mir bis dahin fremder Aikidoka auf einem Bundeslehrgang in Süddeutschland mit ungefähr folgenden Worten ansprach: „Sag mal, so wie du Aikido machst ... Du bist doch bestimmt eine Schülerin von Gerd Bennewitz, oder?“

Frauke Drewitz, Lübecker Judo-Club e. V.

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